die Idee reift

Der Hintergrund?

„Als ich den Hof 1985 von meinen Eltern übernahm hatten wir eine reine Milchviehhaltung, so wie die meisten Höfe hier. Im den Jahren 1992/93 kam der große Einbruch am Markt, und die Preise für Milch, Schlachtvieh und Kälber sanken rapide. Ich habe mir damals ausgerechnet, dass ich in zehn Jahren 150 Kühe halten müsste, um dasselbe Geld zu erwirtschaften wie mit den damals 45 Tieren.

Ein weiterer Aspekt war die Subventionierung der Landwirtschaft, die mir so nicht gefiel. Also fing ich an, nach einer Alternative zu suchen...“

Der entscheidende Moment

„Ich besuchte eine Freundin in Frankreich, im Loiretal, bei der ich das erste Mal Ziegenkäse aß.

Mir gefiel diese ursprüngliche Form der Gastronomie. Es gab frisches Brot, Ziegenkäse, frische selbstgemachte Butter und Rotwein. Alles war so ohne Schnickschnack. Ähnliches habe ich auch noch an anderen Orten erlebt.“

Das einfachste ist oft auch das Beste.

Die Idee?

„Das alles führte zu dem Wunsch, selbst zu vermarkten und zur Idee der Ziegenhaltung.

Ursprünglich waren die Ziegen als Nebenerwerb gedacht. Wir kauften also zu den 80 Stück Großvieh, die wir damals hatten, 37 Ziegen dazu, die sollten allerdings natürlich in der Anschaffung nicht viel kosten...“

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Der erste Schritt?

„Meine Tochter Manuela begann den ersten Käse selbst zu machen, anfangs noch in unserer Küche, wir hatten ja noch keine Käserei, die bauten wir erst ein Jahr später.
Sie war in Holland in einem Biobetrieb und hat dort alles über die Käseherstellung gelernt. Am Anfang konnte sie nur Frischkäse machen, die anspruchsvollen Sachen hat sie sich im Laufe der Jahre selbst beigebracht.“

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Der Startschuss?

„Damit war der Startschuss gefallen und jetzt ging es um die Vermarktung. Es fing schon damit an, wie verpacke ich mein Produkt und in welcher Größe? Was muss auf das Etikett? Was verlangt der Gesetzgeber? Wie kühlen wir die Sachen und vor allem, wo finden wir Käufer? Ich bin mit meiner Kühltasche losgezogen, um unser Produkt vorzustellen - zuerst in einer Glasschüssel!“

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Frau mit Kaese.

Wer hat Sie unterstützt?

„Eins ist ganz klar: So ein Betrieb ist alleine nicht zu bewerkstelligen. Bei uns ist die ganze Familie eingebunden. Meine Tochter Manuela macht den Käse, mein Schwiegersohn ist für die Landwirtschaft zuständig und ich leite das Ganze und kümmere mich um den Vertrieb.
Seit April führt mein Mann den Hofladen.“

Ein Stueck Kaese.
Kaeselaib.

Zweifel?

„Darüber möchte ich gar nicht mehr nachdenken. Es war schon ein Risiko. Entweder war es blauäugig und naiv oder sehr zielstrebig.

...Sie werden lachen, aber ich hatte einen immer wiederkehrenden Albtraum: Mein Bett war voller Frischkäse, und ich kam nicht mehr hinaus.“

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Was treibt Sie an?

„Es ist die Arbeit selbst, die mich antreibt. Stellen Sie sich vor, Sie durchschwimmen das Pulvermaar, da können Sie ja auch nicht in der Mitte aufhören und sagen, ich habe jetzt keine Lust mehr...“

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Die Kreativitaet geht weiter.

Vorteile der Selbstständigkeit?

„Ich kann so leben wie ich es gerne hätte. Vor allem aber ist mir wichtig, dass ich selbst etwas gestalten kann, und auch die Vielschichtigkeit der Arbeit: Von der Landwirtschaft über die Produktion und Verarbeitung bis hin zur Vermarktung.
...Es ist für mich einfacher Chef zu sein als selbst einen zu haben. Das war natürlich auch für mich ein Lernprozess.

...Der Erfolg spornt einen natürlich auch an, weiter zu machen und neue Wege zu beschreiten, wie bei uns mit der Eis- und Pralinenherstellung.“

Was ist Ihr Lebensmotto

„Essen ist ein Bedürfnis, genießen eine Kunst.“

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